Lebenslauf von Henny Schmid

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Ich bin am 10. Februar 1907 in Wilhelmshaven geboren, noch um die Zeit von Kaiser Wilhelm. Die jüngste Tochter des Anton und Johanne Klöker.

Meine Mutter war eine Schneiderin und hatte ihren eigenen Betrieb. Mein Vater war ein Lotse und holte die grossen Schiffe die über den Atlantik und die Nordsee kamen durch die Fahrrinne in den Hafen.

Bevor meine Eltern 1891 geheiratet hatten war mein Vater im Alter von 22 Jahren als Seeman von September 1887 bis Januar 1888 mit dem Segelboot "Atalanta" im Hafen von New York gelandet. Eine lange Strecke von Wilhelmshaven weg. Er sprach um diese Zeit schon gut Englisch.

Er war auch ein guter Aalfänger und arbeitete die Reussen selber (die Reussen (Netze) wurden mit der Hand geknüpft). Die Aale wurden von unserer Mutter gebraten oder in sauer gelegt so hatten wir immer gutes Essen. Ein Teil von den Aalen wurde an einen Händler verkauft.
Ich musste die Aale im Säckchen zum Händler bringen, und da sie noch lebendig waren krabbelten sie noch im Sack rum.

Family Kloeker

Meine Kindheit war schön. Als ich Radfahren konnte brachte ich meinem Vater, der an der Schleuse sein Schiff liegen hatte, das Mittagessen hin. Meine Freundin und ich fuhren immer zusammen und es war sehr interessant am Wasser.
Der Deich war für mich immer ein Ziel.
Ich ging viel mit meinen Schwestern zum Strand aber meine Mutter hatte ihnen verboten mich ins Wasser zu lassen. Sie hatte wohl Angst das ich ertrinke. Somit habe ich nie schwimmen gelernt, was ich heute noch bedauere.

Ich hatte drei Schwestern und einen Bruder. Antonia (Tony), Annette (Nette), Mariechen (Micky) und Karl, ich war die jüngste.
Meine Schwestern und mein Bruder sind nun schon lange tot. Meine Schwester Micky starb als letzte am 25. July 1966.

Als der erste Weltkrieg ausbrach war ich 7 Jahre alt und habe nicht begriffen wie schrecklich alles war.

Meiner Schwester Annette ihr Verlobter kam nicht zurück es war einfach undenkbar. Karl kam zwar wieder, er war Sanitäter, war aber im Krieg verschüttet gewesen und hatte dadurch sein Gehör verloren.

Wir Kinder wussten aber nicht wie schlimm alles war und somit spielten wir vergnügt im Hof und sangen Soldatenlieder (Wenn wir fahren gegen Engeland).

Dann kam die Inflation und wenn mein Vater mit dem Geld nach Hause kam mussten wir rennen damit wir noch was zum Essen kaufen konnten.

Unser Vater hat auch gern mal einen getrunken und unsere Mutter hollte ihn mehr als einmal aus einer Kneipe raus bevor er sein ganzes Geld an Bier für all seine Freunde spendiert hatte.

Der Krieg ging vorbei und ich wurde älter.

Als ich 14 Jahre alt war ging ich in die Lehre, in einem Handarbeitsgeschäft. Der Beruf nannte sich Tapisseristin. Ich lernte Lampenschirme zu bearbeiten mit Seidenstoffen, Seidenstickerei für Herren- Mäntel zu machen, Monogramme arbeiten und auch wunderschöne Handarbeiten zu produzieren.

Als ich 3 Jahre gelernt hatte machte ich meine Gesellenprüfung in Oldenburg und wollte meine Meisterprüfung noch machen in der Hoffnung selber mal ein Geschäft zu haben.
Aber alles kam anders.
Ich blieb 4 Jahre in dem Geschäft Wesolowski, wo ich gelernt hatte, dann nahm ich eine Stelle im Geschäft Karstadt in der Handarbeits Abteilung an und verdiente sehr gut.

Ich lernte meinen Mann kennen, der bei der Deutschen Marine war und wir heirateten 1929.

Wir hatten 6 Kinder.

Der älteste, unser Sohn Hans, wurde 1929 geboren und besuchte das Musische Gymnasium und wurde später Schauspieler. Er nahm den Künstlernamen Hans Clarin an.
Hans heiratete Irene Reiter und sie hatten 3 Kinder, Angela (Anschie) Manuela (Mannie) und Irene (Butzie). Er liess sich nach langen Jahren scheiden und heirate Contessa Margarete von Kramer-Klett und sie hatten zwei Kinder, Philip und Anna.
Diese Ehe ging auch auseinander und er heiratete wieder. Dieses mal Christa Gräfin von Hardenberg. In dieser Ehe scheint er sehr glücklich zu sein.

Die nächste die ein Jahr später 1930 geboren wurde war unsere Tochter Grete. Grete war eine Frühgeburt und wog nur 2000 gramm und musste noch lange auf einer warmen Wasserflasche liegen da sie so klein war und die Wärme brauchte. Sie hatte die kleinsten Füsse und nur Puppenschuhe passten ihr. Grete besuchte später die Oberschule.

Die nächste Tochter die 1936 geboren wurde war Helga und danach kam Edith 1941. Edith wurde im Bombenhagel im Heiligen Geist Krankenhaus in Frankfurt geboren. Edith war ein Zwilling aber da ich mit meiner Nachtblindheit aus der Strassenbahn gefallen war, da wir in der Stadt wegen den Fliegerangriffen Verdunklung hatten, wurde ein Zwilling tot geboren.
Ich kann mich noch erinnern als ich mit Edith im Krankenhaus war und der Alarm für die Bombenangriffe kam, da kamen die Krankenschwestern ins Zimmer und steckten die Babies in spezial Schürzen mit 6 Taschen, die sie trugen, und brachten darin die Babies zum Bunker. Die Mütter liessen sie in den Zimmern liegen.
Wegen meinem Fall aus der Strassenbahn war Edith die einzige die im Krankenhaus geboren wurde. Alle anderen Kinder wurden zuhause mit der Hilfe einer Hebamme geboren.

1938 erlebten wir in Frankfurt noch die Kristallnacht und es war für uns erschütternd. Die Kinder wurden von der Schule nach Hause geschickt und es wurde ihnen gesagt sie sollen in die Stadt gehen und die Juden Läden ausräumen und das Zeug kaputt machen. Ich habe meine Kinder nicht in die Stadt gelassen.
Es waren traurige Zeiten und man hörte erst hinterher was alles vor sich gegangen ist.

Die nächsten zwei Töchter Anke und Christine wurden nach dem Krieg geboren. Anke 1947 und Christine 2 Jahre später 1949.

Meine schlimmsten Kriegserinnerungen:
Es waren die Angriffe der Amerikanischen Bomber auf Frankfurt. Ich war mit 4 Kindern alleine. Die jüngste, Edith wurde wärend eines Angriffs im Heilig-Geist Krankenhaus am 7ten März geboren. Mein ältester Sohn Hans war 12 Jahre alt ging aber schon zum Internat (Musikschule), Grete war 11 Jahre und Helga war 5 Jahre alt.

Die Tage wo wir zum Bunker rennen mussten kann man nicht zählen. Wenn wir nach den Angriffen wieder aus dem Bunker kamen brannte alles rund um uns von den Bomben. Ich war so Nachtblind wegen der Verdunkelung dass ich mit Edith im Kinderkörbchen die Bordsteine rauf und runter fiel. Ich bekam wegen den Kindern einen sogenannten Bunkerausweiss und konnte abends schon zum Bunker gehen. Aber zuletzt kamen wir fast gar nicht mehr aus dem Bunker raus, denn die Sirenen heulten dauerd. Einige lustigen Anekdoten waren schon dabei. Vor lauter Aufregung wollte Grete einen Tag die Turnhose über ihren Kopf ziehen und wunderte sich das sie nicht durch kam. Auch wurde es Grete einmal im Bunker schlecht vom stehen, eine Frau die von ihr gegenüber in der Tür stand wollte wohl noch schnell ihren Hut retten, aber Grete hat ihr diesen Spass weggenommen und da sie es nicht bis zur Toilette geschafft hätte hat sie glatt in den neuen Hut rein gespuckt... schade um den schönen Hut.

Mein Mann war von Anfang des Krieges zu der Kriegsmarine geholt worden und fuhr auf U-boot und Mienen suche.

Ich reichte ein Schreiben zu einer Evakuierung ein und wir wurden in die Heimat meines Mannes 1944 nach Dinkelscherben (Bayern) evakuiert.

Nun war ich evangelish und in Bayern-, ein Preuss. Es war meinem Mann sein Geburtsort und seine Eltern wohnten dort. Der Schwiegervater starb und die Stiefmutter meines Mannes war nicht gut gesinnt. Sie hatte ihr Erbe, einen kleinen Bauernhof unter ihren Kindern verteilt und für mich und meine Kinder blieb nichts übrig.

Ein schreckliches Erlebnis als mein Sohn und ich die Zivielsachen meines Mannes aus Diedorf bei seiner Schwester abholen wollten. Wir mussten mit dem Zug hinfahren und bei der Rückfahrt griffen uns feindliche Flieger an. Sie beschossen den Zug, erst eine Seite dann die andere Seite. Wir überfuhren die Bahnstation bis wir neben einem freien Feld anhielten. Wir rannten um unser Leben dem Wald zu. Es gab viele Tote im Zug und ich war total mit Gehirnmasse am Mantel verschmiert. Die Toten wurden in die Dinkelscherbener Leichenhalle gebracht und ich ging total fertig nach Hause, wo nach einiger Zeit mein Sohn Hans wieder auftauchte, den ich bei dem Angriff verloren hatte.

Wir hatten jetzt die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten im Osten bei uns. Waren wir denn anders als Flüchtlinge aus zerbrannten Städten die auch im eigenen Land keine Hilfe fanden.

Was uns in Dinkelscherben erwartete war erschreckend. Die Bauern und sogar die Verwandten gaben uns keine Hilfe. Nach langem suchen fand ich eine Bleibe man kann nicht sagen das es eine Wohnung war, bei der bösesten Frau des Dorfes wir nannten sie die "rote Krausin." Sie besass einen kleinen Bauernhof.

Unsere "Wohnung" bestand aus einem Zimmer und einem kleiner Raum den wir als Küche benuzten, wo die "rote Krausin" noch schnell den Ofen und die Glühbirne rausnahm, so das ich mit den Kindern essen gehen musste und wir fast verfroren sind. Das andere Zimmer war das Schlafzimmer mit zwei Betten und einer Matratze auf dem Boden. Da drauf schlief Grete und ab und zu auch einige kleinen Mäuse die auch die Wärme suchten.
Es war die Hölle in diesem Haus. Die Kinder durften die Treppe nicht laufen, sie wischte sofort hinter ihnen her und um die Mittagszeit musste ich den Kindern ein Stück Brot am Faden aus dem Fenster geben damit sie nicht die Treppe dreckig machten.

Sie hatte auch einen Gefangenen als Knecht, einen Weiss Russen (Borris). Den schaffte sie noch ins Konzentrationslager bevor der Krieg zu Ends war. Als die Amerikaner einmaschierten kam er zurück, ohne Zähne und verhungert durch das Lager.
Er meldete es den Amerikanern und bekam somit seine Genugstuung indem sie ihr Bestatzung ins Haus setzten. Unsere Zimmer oben wurden belegt und wir zogen für eine kurze Zeit zu unserer Schwägerin (Tante Betty) und ins Hotel.

In dieser Zeit versorgte uns Boris mit Lebensmitteln, die es nicht zu kaufen gab und die "rote Krausin" zitterte Tag und Nacht vor ihm. Helga musste mit ihr in den Stall gehen, wenn die Kühe gemolken wurden, da sie Angst hatte Borris käme und würde ihr etwas antun.- Er war ein guter Mensch und hielt noch viele Jahre nach Kriegsende zu uns Kontakt.

Mein Mann fuhr bis 1942 zur See und wurde wegen einer schweren nassen Rippenfellentzündung zur 8.MKA (Marine Kraftfahr Abteilung) verstetzt. In der Zeit wo er krank war ging sein Schiff mit aller Manschaft an Board unter.

1944 kam der erste Einsatz nach Russland. Vati hat dort seinen Ehering am Russischen Brunnen verloren, als er sich die Hände waschte. Ich glaube mehr das er den Ring für etwas zum Essen eingetauscht hatte. Von dort wurde er nach Griechenland versetzt, was wir aber nicht wussten. Jedenfalls hörten wir lange nichts von ihm.

Hans und Grete fuhren nach dem Kriegsende auf mehreren Güterzügen nach Frankfurt um nach unserer alten Wohnung und den Möbeln zu sehen und dort erreichten sie die Nachricht Vati sei auf Kreta von Partisanen erschossen worden, was aber eine Namensverwechselung war. Die Wohnung war noch da, aber es hatte sich ein Kommunist eingenistet, den wir schwer bewegen mussten um uns unsere Möbel zurückzugeben.

Der Krieg war zu Ende und Dinkelscherben wurde von Amerikanern besetzt.

Spät im Jahr 1945 kam mein Mann wieder zurück, zerlumpt und dreckig, aber er war wieder da, das war die Hauptsache. Vati war auf Sizilien in Amerikanische Gefangenschaft geraten und von dort nach Kriegsende hatte er sich bis nach Dinkelscherben zu Fuss durchgeschlagen.

Er meldete sich bei seiner Dienststelle in Frankfurt, aber das war eine Fehlanzeige. Er wurde immer wieder hingehalten das er jetzt zu weit weg in Bayern wohnte.


Die Brucker-Bude

Wir zogen dann in die "Bruckerbude" um, die zum Spital gehörte. Da meinem Mann seine Halbschwester mit dem Anton Müller verheiratet war, und er in der Spitalverwaltung arbeitete, hatte er etwas Einfluss uns in das alte Haus, das früher mal ein Hotel und Restaurant war, zu verfrachten. Aber es war immerhin besser als bei der "roten Krausin" zu wohnen. Das Haus hatte einen kleinen Hof und wir schaften uns Hasen, Enten, Gänse und Hühner an und hatten einen kleinen Gemüsegarten. Es ging uns etwas besser.


Anton Eduard Klöker

Am 18. März 1948 starb mein Vater im Alter von 82 Jahren.

Mein Mann bekam eine Stelle als Maurer in Ulm, circa 70 km von Dinkelscherben entfernt, er arbeitete 45 Stunden die Woche und das für einen Stundenlohn von 80 Pfennig, davon sollten wir dann die Miete zahlen, Essen kaufen und die Bahnkarte ging auch noch ab. Ohne Garten und Tiere die man schlachten konnte wären wir nicht über die Runden gekommen. Aber Vati jammerte nie und arbeitete dort bis zur Währungsreform.

Da er durch die Entnazifizierung als Mitläufer eingestuft war bekam er seine Stelle als Beamter in der Stadt nicht wieder. Die Drükeberger die nie im Krieg waren hatten die guten Stellen übernommen. Es war eine Schande.

Als die Stelle als Maurer zu Ende ging arbeitete er als Schrottsammler füer den Kannler der unter uns in der "Bruckerbude" wohnte.

1952 heiratete Helga den Erwin Glink und hatte drei Kinder, Peter, Dieter und Achim.

1954 wurde Vati als "Assistent" endlich von der Stadt Frankfurt wieder angefordert. Für mich und die Kinder, da wir noch in Dinkelscherben lebten, war es nun ein warten auf eine Wohnung in Frankfurt. Mein Mann hatte es wohl nicht so eilig uns nachzuholen aber er fand endlich eine Wohnung und wir zogen 1954 nach Frankfurt/Bockenheim in die Nauheimerstrasse 11.
Es war eine Stadtwohnung, nur für Angestellte von der Stadt Frankfurt. Wir zogen in den ersten Stock, und unsere Miete war 70 Mark im Monat. (Als ich nach 45 Jahren aus zog war die Miete inzwischen auf 900 Mark hoch gegangen).

1955 heiratete Grete den Leslie Guthu und wanderte nach Amerika (Wisconsin) aus. Als Grete rüber ging sah es bei uns in Deutschland noch gar nicht rosig aus, aber sie schickte uns Packete und ich konnte meine kleinen Kinder schön anziehen und zu essen war immer was im Packet dabei.
Grete und Les haben nun 4 Kinder, Larry, Scott, Sylvia und Kirsten, die jetzt auch schon alle verheiratet sind.

Am 21. November 1955 starb meine Mutter im Alter von 84 Jahren in Wilhelmshaven. Ich fuhr alleine zu ihrer Beerdigung. Vati musste zuhause bleiben und auf die Kinder aufpassen.

1958 flüchtete unsere Tochter Helga von ihrem Mann in Bayern. Sie kam mit zwei von ihren kleinen Kindern nach Frankfurt. Der Achim er war ein Jahr und der Peter war 5 Jahre alt. Ihren mittleren Sohn Dieter musste sie in Dinkelscherben bei seiner anderen Oma lassen da er dort gerade auf Besuch war. Helga liess sich dann scheiden. Sie wurde bei uns aufgenommen und es wurde in unserer 2 Schlafzimmer Wohung sehr eng, aber sehr lustig. Man sagt doch immer Kinder lassen sich beigen, was bei uns der Fall wurde. Ich blieb ewig die Mutti für all die Kinder und Helga die Helga Mama.

Helga suchte sich eine Arbeit und fand sie bei einem Makler mit dem Namen Lothar Grabowski, den sie 1980 heiratete nachdem die Jungens erwachsen waren und selber Familien hatten.

Für uns ging das Leben weiter.

Mein Mann arbeitete für die Stadt Frankfurt bis er 65 Jahre alt war und ging dann in Pension. Er pachtete sich einen kleinen Schrebergarten somit war immer reichlich Obst und Gemüse im Haus und am Wochenende hatten wir ein Ziel ins Grüne zu gehen.

Die nächste die 1959 nach Amerika (Connecticut) auswanderte war Edith. Sie war 18 Jahre alt und uns gefiel es gar nicht das sie so weit weg ging. Aber der Pete kam nach Deutschland zurück um uns kennen zu lernen und uns zu fragen ob er Edith heiraten dürfte. Er war uns sehr sympatisch und wir sagten ja. Edith heiratete nicht in Deutschland denn imfalle es ihr in Amerika nicht gefiel wollte sie wieder nach Deutschland zurück kommen. Aber sie kam nicht wieder zurück und sie heiratete den Peter Carroll im August 1960.
Edith und Pete haben 3 Kinder, Douglas, Deborah und Suzanne, die jetzt auch schon alle verheitatet sind.


Visitors From Germany
It was a real treat for two visitors from Frankfurt, Germany when Mr. and Mrs. Peter N. Carroll of 43 Till St took Mrs. Carroll's mother and sister on a visit to the World's Fair recently. Mrs. Carroll, the former Edith S. Schmid of Frankfurt, married Peter while the latter was in service in Germany. Her mother, Mrs. Henny Schmid, and sister Anke, are visiting here until mid-summer. Left to right in photo: Mrs. Carroll, Mrs. Schmid, Anke and Mr. Carroll.

1965 fuhren Anke und ich per Schiff, die "Bremen" nach Amerika und besuchten Grete und Edith. Es war meine erste grosse Reise, und ein richtiges Abenteuer für uns. Vati wollte nicht mitfahren, er kannte das Meer und wusste das im Mai Stürme auf dem Atlantik sind, was er uns natürlich nicht gesagt hat. Wir fuhren mit dem Zug nach Bremen und von dort boarded das grosse Linienschiff.
Das Wetter auf See war schlecht und es wurden Seile gespannt damit man sich überhaupt vorwärts bewegen konnte. Wir hatten auch ein grosses Küchenfeuer an Board und einer von den Köchen wurde dabei schwer verletzt. Anke und ich waren ein paar von den Seefesten die nicht Seekrank wurden. Der Speisesaal war fast leer. Als wir aber in New York ankamen meinte Edith und Pete doch das wir etwas grün aus sahen. Wir änderten schnell unsere Rückfahrt und ich bin zum ersten mal geflogen als es wieder nach Frankfurt zurück ging.
Bei Edith besuchten wir auch die New Yorker Weltausstellung die sich gerade um diese Zeit in New York vorfand. Wir wurden als Besucher von Deutschland photographiert und bekamen sogar unser Bild in die Zeitung.
Es war eine sehr schöne Reise an die ich oft gedacht habe.

Die dritte wanderte aus. 1967 heiratete Anke den Barry Witt in Deutschland und wanderte nach Amerika (California) aus.
Anke und Barry haben 2 Kinder, Erin und Dionne die heute auch verheiratet sind.

In 1971 flogen mein Mann und ich nach Amerika und besuchten nun die Kinder in California, Wisconsin und Connecticut. Wir verbrachten fast 3 Monate in Amerika. Einen Monat bei jedem der Kinder.

Ein sehr trauriger Anlass im September 1976. Durch alle Aufregungen und Verbitterungen über die Jahre war mein Mann Magenkrank geworden. Wovon er im September 1976 nach 47 Jahren Ehe im Alter von 76 Jahren gestorben ist.

Nun war ich alleine in der Wohnung in der Nauheimerstrasse und hatte nur noch Helga und Christine in der Nähe und meinen Sohn in Aschau.

Nach dem Tod meines Mannes flog ich 1977 das erste mal alleine nach Amerika und blieb dort ein halbes Jahr. Ich verbrachte Weihnachten mit Grete und Familie und feierte auch meinen 70. Gerburtstag in Amerika bei Anke in Californien.

1989 hatten wir ein grosses Fest in Aschau. Unser Sohn feierte seinen 60. Geburtstag und sein 40 Jaehriges Berufsjubileum. Wehr was in der Künstlerwelt Theater, Film und Fernsehen war kam zu seiner Feier die sich in der Aschauer Festhalle abgefunden hatte. Heinz Rühman flog mit Hubschrauber ein. Auch Helmut Fischer, Johannes Heesters, Simone Rethel, Thomas Fritsch, Jutta Speidel, Iris Berben, Christian Wolff und Beatrice Richter liessen den Jubilar hochleben.

1990 flog ich noch einmal mit Christine und Pierre nach Amerika zu Edith ihrer Tochter Suzy's Hochzeit und noch kurz nach Anke.

Kurz danach wanderten Helga's Kinder Achim und Peter nach Spanien aus.

Achim war ein gelernter Zahntechniker und machte in Spanien ein Labor auf, was sofort gut lief. Er hat jetzt 5 Hilfskraefte.

Der Peter ist gelernter technischer Zeichner und jobte sich erst durch, er konnte einfach alles.

Der Achim hat jetzt ein grosses Segelboot und der Peter ein grosses Fischingboot um Passanten zum fischen rauszufahren. Nebenbei hat er einen Laden wo er die Geräte verkauft die man zum fischen braucht.

Dieter lebt noch immer in Dinkelscherben. Seit dem ich bei Christine und Pierre wohne besuchen er und seine Lebensgefaehrtin Helga mich jedes Jahr zu meinem Geburtstag und feiern mit uns.

Helga ihr Mann Lothar fand gefallen an Spanien und baute ein wunderschönes Haus am Berg, was leider für ihn später zu hoch war. Er kaufte noch eine zerfallene Finka, die er aber fertig nicht mehr erleben konnte. Er starb bevor der Bau fertig war.
Helga baute weiter und jetzt ist es eine bildschöne Finka mit viel Land und Wald umzu und mit allerhand Tieren. Gemeinsam wollten sie dort ihren festen Wohnsitz nehmen aber für Helga alleine war es zu einsam und so baute sie sich ein Haus in der Nachbarschaft ihrer Kinder in Empuria.

1996 feierte die ganze Familie meinen 89ten und Helga's 60ten Geburtstag in Spanien auf der Finka. Es war einfach fabelhaft mit grossem Essen und Spanischen Flaminco Tänzerinnen in einen charmanten Restaurant in Empuriabrava. Wir machten sogar einen kleinen Ausflug nach "Collioure" eine Artistenstadt in Frankreich. Mein einmaliger Besuch nach Frankreich.

Meine drei Mädchen sind mit ihren Männern, die sie hier bei der Besetzung kennen gelernt hatten, in Amerika glücklich geworden.
Seit dem mein Mann, unser Vati, gestorben ist kommen alle meine Kinder jedes Jahr im Februar zu meinem Geburtstag und wir haben immer für 2 Wochen ein schönes Familientreffen.

In der Zwischenzeit habe ich jetzt 18 Enkel und 19 Urenkel.

Jetzt ist mir noch eine Tochter und mein Sohn Hans in Deutschland verblieben.

Die Tochter, Christine, ist mit einem Arzt verheiratet und ich wohne jetzt, nachdem ich einen Schlaganfall hatte und nicht mehr alleine in Frankfurt leben konnte, bei ihr. Sie hat keine Kinder nur 4 Pferde und 12 Katzen und ich habe eine zwei Zimmer Wohnung im ersten Stock mit grossem Balkon. Meine Katze und ich sind ganz zufrieden.

Wir schreiben jetzt Mai 2001 und Anke hat am 5. Geburtstag. Christine packt das Geschenk ein, so geht es über den grossen Teich nach Amerika.

Hans kommt nächste Woche aus dem Krankenhaus, er hat sieben Wochen in einem künstlichen Koma gelegen, da er bei einer Stimmband Operation eine Infection bekommen hatte und furchtbar krank war. Noch sitzt er im Rollstuhl, aber wir haben wieder Hoffnung. Mit der Stimme ist er noch nicht 100% aber ich habe schon am Telephone mit ihm kurz gesprochen.
Hans und seine Frau Christa fahren nun als erstes in Urlaub nach Süd-Frankreich um sich etwas zu erholen. Hans hat 14 Tage Urlaub vom Krankenhaus. Ich bin mir aber noch nicht Gewiss ob er wieder zurück geht.

Bei Christine ist immer was los.
Jetzt ist die eine Stute so krank. Schon für ein paar Tage kommt der Tierarzt und keine Besserung. Jetzt wartet Christine schon wieder auf den Tierarzt das Pferd hat 39 Fieber, es frisst nicht mehr und kann nicht mehr laufen, steif. Christine meint der Arzt soll mal Tetanus spritzen.

Das Pferd ist tot, es wahr sehr traurig das langsame sterben. Es war das juengste von den Pferden und war hier am Hof geboren.

Schon wieder hat Christine zwei Katzen mehr. Eine kleine rote, höchstens 4 Wochen alt lag morgens vor dem Gartentor und hatte ein kaputtes Auge. Christine ist gleich zum Tierarzt gefahren aber die Katze war zu jung zum operieren. Sie kann erst in 14 Tagen operiert werden wurde ihr gesagt, aber Christine musste früher hin und das Auge wurde raus genommen. Jetzt ist sie eine hübsche muntere Katze...

Das war der letzte Eintrag... nachdem hat Mutti nichts mehr geschrieben.

P.S.
Unsere Mutti ist am 8. Dezember 2005 im Alter von 98 Jahren gestorben und wurde in Eudorf beerdigt.

Mutti hinterliess 6 Kinder, 17 Enkelkinder und 34 Urenkel. Leider verstarb ihr Sohn Hans, unser Bruder, 3 Monate (August 28, 2005) bevor ihr.

Unsere Mutter hatte ein interesantes wenn auch schweres Leben.

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