Frankfurt a/Main, September 26, 1991

Lebenslauf von unserem Vater- Johann Schmid
geschrieben bei unserer Mutter- Henny Klöker Schmid

Anna Schmid

Mutter bei seiner Geburt, November 23, 1901 gestorben.

Mit 18 Jahren ging er zur Kriegsmarine.

12 Jahre auf See. Vom 8. Juni 1922-1925 auf Linienschiff "Braunschweig" und ab 1. Oktober 1925 auf Linienschiff "Schleswig-Holstein" als Bootssteurer. Am 1. July 1927 zum Bootsmannsmaten und nach 2 Jahren zum Obermaten befördert.

Er war Bootssteurer, Korporalschaftsführer, Waffenkammer und Kassenunteroffizier, Lohnungsunteroffizier und Sportwart wärent des Krieges auf dem Kriegsschiff "Amazone" und hat Vorpostenboote gefahren.

Ende des Krieges wurde er nach Russland eingestetzt und kam dann in Amerikanische Gefangenschaft in Italien. Er wurde von dort nach Dinkelscherben entlassen.

Er wurde am Mobilmachungstag (nachts) von Frankfurt wieder eingezogen nach Emden.

Den ganzen Krieg war er im Einsatz gewesen und als der Krieg zu Ende war und er seine Stelle als Kassenwart mit der Stadt Frankfurt wieder aufnehmen wollte, kam die Entlassung. Als Beamter in unkündbarer Stellung, unmöglich.

Er arbeitete 8 Jahre für einen Hungerlohn als Maurer für eine Familie mit 6 Kindern.

1954 wurde er endlich als Assistent für die Stadt Frankfurt wieder eingestellt. Durch die Entnazifizirung als Mitläufer eingestuft. Da sassen die Grossen schon wieder im Amt.

Er hat sein Leben geopfert, denn er kam krank nach dem Krieg wieder nach Hause. Die nicht im Krieg waren sassen in ihren guten Stellungen mit grossen Gehältern.

Er hat es nicht begreifen können, daher sein früher Tot.

Was sollte da dieses dumme Gedenkblatt von der Stadt "Fuer 40 Jahre treue Dienste". Ein Hohn mit Hunger Rente.

Erinnerungen an Vati

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